Selbstbedienungskassen: Der Kunde macht die Arbeit, der Supermarkt spart das Personal!

Früher war der Kunde König. Heute darf er auch noch Kassierer spielen.

Es ist schon bemerkenswert, was uns heutzutage alles als Fortschritt verkauft wird. Im Supermarkt sollen wir unsere Waren selbst scannen, selbst einpacken, selbst bezahlen und am besten noch dankbar dafür sein, dass wir dem Unternehmen einen Teil seiner Arbeit abnehmen dürfen.

Der Kunde erledigt die Arbeit, der Supermarkt spart Personalkosten und das Ganze nennt sich dann moderner Kundenservice. Auf diese Idee muss man erst einmal kommen.

Natürlich gibt es Menschen, die Selbstbedienungskassen praktisch finden. Dagegen ist überhaupt nichts einzuwenden. Wer seine Einkäufe gerne selbst scannt, soll das tun. Aber warum müssen deshalb immer mehr klassische Kassen verschwinden?

Besonders ältere Menschen, Menschen mit Einschränkungen oder Kunden, die einfach Wert auf persönlichen Kontakt legen, geraten dabei zunehmend ins Hintertreffen. Nicht jeder möchte sich durch irgendwelche Menüs tippen, einen streikenden Scanner überlisten oder darauf warten, dass ein Mitarbeiter die nächste Fehlermeldung freischaltet.

Und wehe, die Maschine hat ein Problem. Dann braucht es plötzlich doch wieder einen Menschen.

Mich stört vor allem die Selbstverständlichkeit, mit der Unternehmen ihre Kostenoptimierung als Vorteil für den Kunden verkaufen. Personal einsparen, Arbeitsabläufe auf Kunden übertragen und gleichzeitig von besserem Service sprechen. Das ist schon eine ziemlich dreiste Verdrehung der Tatsachen.

Ein Supermarkt ist schließlich kein Ausbildungsbetrieb für unbezahlte Hobbykassierer.

Ich bin nicht gegen moderne Technik. Ich bin dagegen, dass Menschen durch Technik verdrängt werden und der Kunde am Ende keine Wahl mehr hat.

Deshalb meine klare Forderung: In jedem Supermarkt muss während der regulären Öffnungszeiten mindestens eine mit Personal besetzte Kasse zur Verfügung stehen. Wenn der Handel diese Selbstverständlichkeit nicht freiwillig gewährleistet, sollte der Gesetzgeber entsprechende Vorgaben prüfen.

Fortschritt bedeutet für mich, dass Technik den Menschen das Leben erleichtert. Nicht, dass Unternehmen Personal sparen und Kunden dafür auch noch die Arbeit erledigen lassen.

Wer an der Kasse Personal spart, sollte das wenigstens ehrlich sagen und es nicht als besonderen Kundenservice verkaufen.


Disclaimer: Dieser Beitrag gibt meine persönliche Meinung wieder. Er ist eine kritische Bewertung der Entwicklung im Einzelhandel und erhebt keinen Anspruch auf eine pauschale Beurteilung sämtlicher Handelsunternehmen.

© 2026 Mirko Fuchs
Titelbild: KI-generiert


 

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