|
Getting your Trinity Audio player ready...
|
Was wusste man wann und warum kommt das Gesamtbild erst Stück für Stück auf den Tisch?
Seit Monaten sorgt der geplante Kauf des Grundstücks Simmersbacher Straße 4 in Eibelshausen für Diskussionen. Ursprünglich spielte das Grundstück bei den Planungen rund um die neue Kita eine Rolle. Inzwischen wird es dafür nicht mehr benötigt, soll aber weiterhin für die Entwicklung der „Neuen Mitte“ im Ortskern interessant sein.
Gleichzeitig wird immer deutlicher, dass ein Abriss der dortigen Doppelhaushälfte technisch komplizierter und teurer werden könnte, als es bei einem freistehenden Gebäude der Fall wäre.
Nur war offenbar schon deutlich früher bekannt, dass die Sache komplizierter ist.
Bereits im April war neben der Simmersbacher Straße 4 auch die zweite Hälfte des Doppelhauses, Nr. 6, Gegenstand von Überlegungen. Im Juni wurde dann unter Beteiligung eines Statikers geprüft, ob Nr. 4 überhaupt alleine abgerissen werden kann.
Das Ergebnis: Grundsätzlich ja. Aber der Einzelabriss wäre schwieriger und teurer, weil an der verbleibenden Haushälfte unter anderem Außenwand und Dachgiebel hergestellt werden müssten.
Mit anderen Worten: Die bauliche Abhängigkeit der beiden Häuser war bekannt.
Und genau deshalb darf man fragen, warum den Bürgern und Gemeindevertretern nicht von Anfang an das komplette Bild präsentiert wurde.
Der Kaufpreis für Nr. 4 wurde inzwischen auf 112.000 Euro gedeckelt. Das klingt zunächst überschaubarer. Nur ist damit eben noch lange nicht alles bezahlt.
Nebenkosten kommen hinzu. Ein möglicher Abriss kostet Geld. Die Fläche muss anschließend hergerichtet werden. Und wenn aufgrund der Doppelhaussituation zusätzliche Arbeiten notwendig werden, wird es nochmals teurer.
Eine frühere Variantenberechnung lag bereits bei rund 293.500 Euro netto. Das war keine endgültige Kostenberechnung, sondern eine damalige Planungsgröße. Sie zeigt aber ziemlich deutlich, in welcher Größenordnung sich dieses vermeintlich kleine Grundstücksgeschäft bewegen kann.
Und dann stellt sich die nächste Frage: Was passiert mit der zweiten Haushälfte?
Es gibt derzeit keinen Beleg dafür, dass auch dieses Grundstück gekauft werden soll. Aber wenn es bereits Gegenstand von Überlegungen war und der Abriss der anderen Hälfte zusätzliche Kosten verursacht, gehört auch dieses Thema offen auf den Tisch.
Genau hier beginnt das eigentliche Problem.
Nicht der Bürger sollte sich die Gesamtplanung mühsam aus verschiedenen Sitzungen, Vorlagen und immer neuen Begründungen zusammensuchen müssen.
Die Gemeinde sollte sagen, was am Ende geplant ist.
Welche Flächen werden wirklich benötigt? Welche Gebäude sollen bleiben? Was soll abgerissen werden? Welche weiteren Grundstücke könnten für das Gesamtkonzept eine Rolle spielen? Und vor allem: Was kostet das alles am Ende wirklich?
Denn mit einer Planung in einzelnen Häppchen besteht immer die Gefahr, dass ein Projekt am Schluss erheblich teurer wird, als es am Anfang ausgesehen hat.
Gerade Eschenburg kann sich so etwas derzeit kaum leisten. Kläranlage, Schwimmbad und weitere notwendige Investitionen werden die Gemeinde in den kommenden Jahren ohnehin mit Millionenbeträgen beschäftigen.
Da sollte bei einem zusätzlichen Grundstücksgeschäft nicht gelten: erst sichern und später schauen, was daraus wird.
Vielleicht wäre die Reihenfolge andersherum sinnvoller:
Erst das Gesamtkonzept. Dann die vollständige Kostenrechnung. Und danach die Entscheidung, welche Grundstücke tatsächlich gebraucht werden.
Das wäre nicht nur vernünftige Planung.
Das wäre vor allem fair gegenüber den Bürgern, die am Ende die Rechnung bezahlen.
Wenn Grundstücke, Abrissfragen und weitere Flächen schon früh Thema waren: Wie viel vom Gesamtplan liegt längst auf dem Tisch und warum kennt ihn die Öffentlichkeit bis heute nicht vollständig?
Disclaimer: Der Beitrag kommentiert den derzeit öffentlich bekannten Planungsstand. Die genannten rund 293.500 Euro netto sind eine frühere Variantenberechnung und keine feststehende Endsumme. Nicht öffentlich belegte Absichten werden nicht behauptet.
© 2026 Hessenpolitik.de
Foto: KI – generiert
