Campact zeigt, wie aus dem angeblichen Kampf gegen Ausgrenzung selbst Ausgrenzung werden kann
Man kann Medien kritisieren. Man kann Politiker ablehnen. Man kann YouTube Kanäle für einseitig, falsch oder unerträglich halten. Genau dafür gibt es Meinungsfreiheit und öffentliche Debatte.
Campact geht nun einen anderen Weg. Rund 90 Unternehmen wurden aufgefordert, Werbung auf dutzenden YouTube Kanälen zu unterbinden, weil diese angeblich einen AfD Bezug hätten, Falschinformationen verbreiteten oder politisch zu weit rechts stünden. Betroffen sind neben AfD Politikern auch Medienangebote wie NIUS, Tichys Einblick oder Apollo News.
Das ist keine staatliche Zensur. Unternehmen dürfen selbstverständlich entscheiden, wo sie werben. Trotzdem bleibt die Methode fragwürdig.
Denn hier wird nicht versucht, missliebige Inhalte mit besseren Argumenten zu widerlegen. Stattdessen setzt man dort an, wo es weh tut: bei der Finanzierung.
Wer entscheidet eigentlich, welche Medien noch akzeptabel sind?
Heute erstellt Campact Listen über rechte oder konservative Kanäle. Morgen macht eine andere Organisation dasselbe mit linken oder grünen Medien. Dann entscheidet am Ende nicht mehr das bessere Argument, sondern wer genügend Druck auf Unternehmen ausüben kann.
Besonders absurd ist dabei die moralische Verpackung.
Man kämpft angeblich gegen Ausgrenzung und grenzt selbst aus. Man fordert Vielfalt und versucht gleichzeitig, bestimmten Stimmen Werbeeinnahmen abzuschneiden. Man spricht von demokratischer Debatte und arbeitet mit Sperrlisten.
Demokratie wäre eigentlich einfacher.
Wer NIUS für falsch hält, soll NIUS widerlegen.
Wer Tichy kritisiert, soll dessen Argumente auseinandernehmen.
Wer die AfD bekämpfen möchte, sollte bessere Politik anbieten.
Aber Argumente sind offenbar mühsamer als Listen und wirtschaftlicher Druck.
Eine Demokratie beweist ihre Stärke nicht dadurch, dass sie unbequeme Stimmen finanziell austrocknet. Sie beweist sie dadurch, dass sie ihnen widersprechen kann.
Meinungsfreiheit ist nämlich ziemlich wertlos, wenn sie nur noch für diejenigen gilt, deren Meinung gerade auf keiner Sperrliste steht.
Disclaimer: Dieser Beitrag ist ein persönlicher politischer Kommentar. Die Kritik richtet sich gegen die Methode des wirtschaftlichen Drucks auf missliebige Medien und nicht gegen das Recht von Unternehmen, selbst über ihre Werbung zu entscheiden.
© 2026 Mirko Fuchs
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